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Die Geschichte des Trabant

 

Der Ursprung des Trabants reicht zurück in die Zeit vor dem 2.Weltkrieg, als man bei der 1932 gegründeten Auto Union (einem Zusammenschluß der Firmen Audi, DKW, Horch und Wanderer) im Automobilbau nach einer kostengünstigeren Alternative zum Stahlblech suchte. Vielleicht war es aber auch eine Rohstoffknappheit, welche die Automobilbauer zu den Versuchen mit dem Kunststoff zwang.

 

Die ersten Versuche mit dem neuen Material wurden an einem DKW durchgeführt. Die ungenügende Festigkeit des Preßstoffes zwang die Union zu Weiterentwicklungen, welche später auch durchaus gute Testergebnisse erzielten. Eine Serienproduktion wurde aber durch den 2.Weltkrieg unterbrochen. Bisher wurde der Preßstoff am DKW F7, F8 und F9 verwendet.

 

Ab 1949 fing man in größtenteils zerstörten und von den Allierten ausgeschlachteten Werken wieder mit der Produktion einer geringen Menge von Fahrzeugen an. Fortan arbeitete man unter dem Dach der IFA Vereinigung Volkseigener Fahrzeugwerke, welche am 1.7.1948 gegründet wurde und etwa 40 Betriebe zusammenschloß. Ein großes Problem für eine rasche Produktionsaufnahme war, neben den fehlenden oder zerstörten technischen Anlagen, die mangelnde Kenntnis mit dem erst kürzlich erfundenen Werkstoff, da die meisten Ingenieure aus dem Krieg nicht zurückgekehrt waren oder in den Westen Deutschlands umsiedelten. So wurde also wieder nach einem kostengünstigen, leicht herstellbaren und sicheren Kunststoff gesucht.

 

1951 war der erste F8 mit dem neuen Kunststoff im Test erfolgreich gewesen. Dieser Werkstoff wurde in Zwickau dann am F8 und F9 verbaut. Bis auf  die Holme waren alle Außenteile aus Kunststoff gefertigt und auf ein Holzgerippe montiert. 

 

Anfang 1954 wurde durch das Präsidium des Ministerrats (in der 1949 gegründeten DDR) ein Beschluß bekanntgegeben, der die Zwickauer Automobilbauer zur Entwicklung und Produktion eines Kleinwagens (Typ 50) verpflichtete. Dieser Kleinwagen hatte konkrete Vorgaben (4Sitze, 600kg, 80km/h, 5,5l/100km, 4000 Mark) einzuhalten und sollte den F8 ablösen. Dieses Nachfolgeprojekt wurde F8 K genannt. Schnell merkte man, dass diese Vorgaben nur über einen Zwischentyp zu erreichen waren.

Im August 1954 war das erste Fahrzeug fertig. Man gab ihm die Bezeichnung P70 - die Fahrgestellnummer war P70 001. Die Produktion wurde 1955 mit einer Nullserien-Auflage von 150 Stück gestartet. Kurze Zeit später wurde er dann als Limousine, Kombi und Coupé in Serie gebaut. Größtenteils wurde der P70 mit modifizierter Technik des F8 ausgestattet. Der 22 PS starke 690 cm³ 3-Zylinder-Motor brachte das Fahrzeug in Kombination mit einem unsynchronisierten 3-Gang-Getriebe und einer 12Volt-Anlage auf eine Höchstgeschwindigkeit von 90km/h. Der Motor wurde durch eine Wasserkühlung auf Betriebstemperatur gehalten. Das Karosseriegerippe bestand überwiegend aus Holz; die Karosserieteile wurden ausschließlich aus Duroplast gefertigt. Lediglich die ersten Exemplare der Limousine und der Kombi (Tourist) waren noch mit einem Kunstlederdach ausgestattet. Insgesamt liefen vom Typ P70 bis 1959 36.151 Stück vom Band.

 

Ab 1956 widmete man sich beim AWZ der Konstruktion des P50. Die Nullserie mit 50 Autos wurde 1957 produziert, die Serienproduktion begann ab 1958. Auf einen profilierten Plattformrahmen war ein Karosseriegerippe aus Stahl geschweißt und darauf die Duroplastteile montiert worden. Wurde der Vorgänger noch mit „Sachsenring“ betitelt, bezeichnete man dieses Fahrzeug schlicht als „Trabant“, was sich mit Begleiter übersetzen ließe, aber nie eindeutig übermittelt wurde. Technisch war dieses Fahrzeug mit einem komplett neu entwickelten 18 PS starken 500cm³ 2-Zylinder-2-Takt-Motor, der später dann 20 PS leistete, bestückt. Er beschleunigte das Fahrzeug auf eine Geschwindigkeit von bis zu 95 km/h. Gekühlt wurde der Motor durch eine Luftkühlung. Die Barkaswerke Karl-Marx-Stadt lieferten das Antriebsaggregat. Das Getriebe war unsynchronisiert und mit 4 Gängen ausgestattet. Als Bordspannung wählte man 6V. Gebaut wurde der P50 als Limousine und Kombi, ab 1961 auch als Camping und Lieferwagen. Der P50 erreichte eine Auflage von insgesamt 131.450 Stück.

 

1962 wurde der P60 als neues Modell vorgestellt. Optisch blieb das neue Modell unverändert; es gab einige neue Farbkombinationen. Auch die Angebotspalette blieb identisch. Einige Weiterentwicklungen verzeichnete man an der Technik. So hatte der komplett überarbeitete Motor jetzt 23 PS und 600cm³. Der Wagen erreichte damit eine Höchstgeschwindigkeit von 100km/h. Das Getriebe ist inzwischen durch ein vollsynchronisiertes ersetzt worden. Insgesamt wurden vom P60 bis zur Produktionseinstellung 1965 106.628 Stück gebaut.

 

1963 startete die Nullserie des P601. Die Karosserie war komplett überarbeitet worden (Trapez-Form), die Technik wurde fast unverändert vom Vorgänger übernommen. Im Laufe seines fast 30jährigen Produktionszeitraumes gab es eine große Reihe von Veränderungen und Neuerungen innerhalb der Modellreihe (12V, 26 PS, EBZA, Hycomat, Gleichlaufgelenkwellen, Schraubenfedern,...) Gebaut wurde der P601 als Limousine und Kombi (Universal). Später kam ein neues Modell (Kübel/Tramp) hinzu, welches größtenteils für den NVA-Betrieb bestimmt war, aber auch als Zivilfahrzeug exportiert wurde. Auch eine Lieferwagenausführung wurde in geringer Stückzahl gebaut. 1990 lief der letzte Trabant P601 vom Band; insgesamt wurden von diesem Typ 2.818.547 Stück gebaut.

 

Nach jahrelangen Entwicklungen, Planungen, Verhandlungen und Genehmigungen wurde dann 1988 die Nullserie des Trabant 1.1 gefertigt. Die technische Weiterentwicklung gestaltete sich schwierig, denn als neues Antriebsaggregat wurde ein 4Takt-VW-Motor in Lizenzbauweise verwendet. Und dieser mußte nebst zugehöriger Technik in der optisch unveränderten Karosserie verstaut werden. Das neue 1043cm³ starke Antriebsaggregat leistete 40 PS und wurde in Kombination mit einer Wasserkühlung verbaut. Durch die gestiegene Höchstgeschwindigkeit (125km/h) mußte an der Vorderachse auch eine neue Bremsanlage (Scheibe) installiert werden. Der Tank wanderte indes nach hinten. Den 1.1 gab es als Limousine, Kombi (Universal), Tramp und Pick up. Gerade einmal 4 Jahre konnte der 4-Takt Trabant gebaut werden, dann wurde die Trabant-Produktion wegen der Wende und dem damit verbundenen Nachfragerückgang eingestellt. So wurden von diesem Modell nur 39.474 Stück produziert, ehe am 30.04.1991 der letzte Trabant vom Band rollte. 1996 wurden nach einer Transportfirma-Insolvenz noch einmal 444 Trabant 1.1 Universal von der Sachsenring Automobiltechnik GmbH (Nachfolgefirma des VEB Sachsenring Zwickau) verkauft. Optisch aufgearbeitet gab es diese „last edition“ für knapp 20.000 DM. Wegen fehlender Nachfrage wurde der Preis später auf unter 10.000 DM gesenkt.

 

In den 34 Jahren Trabantproduktion liefen insgesamt 3.096.099 Fahrzeuge vom Band.

 

Bereits ab 1960 widmete man sich in Zwickau regelmäßig Projekten zur optischen und technischen Weiterentwicklung des Trabant. Bei diesen Projekten und den entstandenen Prototypen waren auch ausländische Firmen beteiligt. Nur wenige dieser Fahrzeuge existieren heute noch; fast alle dieser Projekte wurden vom Politbüro der SED verworfen. Lediglich einzelne Weiterentwicklungen konnten in die Serienproduktion des Trabant übernommen werden.